Lageplan
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Projekt IGB und IPA Fraunhofer-Institut – Neubau Technikum
Ort Stuttgart
Architekt HASCHER JEHLE Architektur, Berlin
Bauherr Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., München
Realisierung 2011-2016
VOF 1. Preis und Auftrag, 2010
BGF 14.883 m²

Der Neubau für die Fraunhofer-Institute IGB (Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik) und IPA (Institut für Produktionstechnik und Automatisierung) befindet sich an zentraler Stelle des Forschungscampus der Fraunhofer-Gesellschaft in Stuttgart-Vaihingen. Der 30 m tiefe und 87 m breite, rechteckige Baukörper ist horizontal in einen 9 m hohen Sockel und einen darüber liegenden, viergeschossigen Gebäuderiegel gegliedert, die sich sowohl in der Materialität als auch in der räumlichen Ausdehnung als voneinander unabhängige Volumen darstellen.
Im Sockel befinden sich die Werkhallen der beiden Institute, die über die transluzenten Fassaden aus Polycarbonatplatten gleichmäßig belichtet werden. Mit Kranbahnen und Galerieebenen können die Werkhallen in Abhängigkeit der Forschungsaufträge flexibel ausgestattet und genutzt werden. Labore in den Obergeschossen ergänzen den großräumigen, experimentellen Arbeitsbereich. Die Büro- und Laborgeschosse werden über den zentralen Eingang erschlossen. Mit den Büroräumen im Süden, den Laboren im Norden und den Neben- und Lagerräumen in der Mittelzone sind hier die Grundrisse als dreibündige Anlage organisiert. Präsentationsflächen, ein Vortragssaal sowie eine Caféteria mit Außenterrasse ergänzen die funktionalen und repräsentativen Arbeitsbereiche.
Der obere, aufgesetzte Baukörper ragt an drei Seiten über den Sockel hinaus und springt an der rückwärtigen Nordseite aus der Fassadenflucht des Sockels zurück. Die Trennung der zwei Volumen wird durch eine Gebäudefuge, die sich als dunkles, umlaufendes Band in der Fassade abzeichnet, zusätzlich betont. Als Kontrapunkt zu dem lichten, diaphanen Sockel, wird das Erscheinungsbild des oberen Baukörpers entlang der Hauptachse des Campusgeländes von der feingliedrigen Struktur horizontaler Glaslamellen bestimmt. Die drehbaren Sonnenschutzlamellen verändern je nach Wetterlage und Sonnenstand ihre Winkelposition. Im Norden sind Aluminiumtafeln als Fassadenbänder ausgebildet, die durch eine gegenläufig gekippte Anordnung plastisch gestaltet sind und sich mit transparenten Fensterbändern abwechseln.
Die sommerliche und winterliche Klimatisierung der Räume wird durch die Ausführung von raumhohen Verglasungen, einem außenliegenden, adaptiven Sonnenschutz sowie durch die Nutzung der Speichermasse der Betondecken unterstützt.

Querschnitt